2017 – Hans Schweizer – how are you?
2016 – Kinderbücher
2015 – Unwahrscheinliche Möglichkeiten
2014 – Paradiese – mit Ahnungen gefüllte Räume
2013 – Heimat, Dorfgeschichten und Bauernweisheiten
2012 – 27 = 3³ = Denkräume
2011 – Stuhldesign
2010 – Alperose-Zit und Suuf-Sonntig
2009 – Vernähte Zeit
2008 – Die Welt im Hirn
2007 – Vom Verlust der Langsamkeit
2006 – Der Komplize des Künstlers
2005 – Babeli Giezendanner
2004 – Verlorene Moderne
2003 – Holzbau fern der Tropen
2002 – Ein langgestrecktes Wochenbett
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Ausstellungsplakate
Hans Schweizer

Einer frühen Collage Hans Schweizers entnommen ist der Ausstellungstitel zur Einzelausstellung in der Propstei St.Peterzell. How are you? steht stellvertretend für Hans Schweizers zeichnerischen Dialog mit seiner Umwelt. In der Propstei St.Peterzell werden nun Zeichnungen, Malerei und Druckgrafik aus den beinahe fünfzig Schaffensjahren von Hans Schweizer gezeigt.

What do you see?
Volkhard Knigge

Mit dem modernen Zweifel an der Darstellbarkeit der Welt und dem Wirklichkeitsgehalt des Sichtbaren ist auch alle Kunst, die sich aus der sinnlichen Erfahrung und dem visuellen Austausch des Künstlers mit seiner Umwelt nährt, ins Zwielicht geraten. Abmalerei steht seit den Anfängen der Moderne als banal in der Kritik. Nicht begriffen zu haben, dass Wirklichkeitserfahrung auch ästhetisch in einer Welt aus Zeichen, Repräsentationen und Simulakren unmöglich sei, weil sich alles Reale im Netz der Zeichen verflüchtige, lautet ein zeitgenössischer Vorwurf. Mit der Kategorie des Realen ist auch das Sehen unter Verdacht geraten. Gerade wo es auf Wirklichkeit zu treffen vermeint, verlaufe es sich blindlings im unendlichen Spiegelkabinett visueller Eindrücke und Repräsentationen anstatt Zugänge zur Welt zu bahnen.

Seit Aufmerksamkeit und ohne folkloristische Attitude. Die Verknüpfungen seiner Bilder mit der Außenwelt sind selbst dort, wo sie figürlich oder szenisch erscheinen, pointiert fragmentarisch und von ihren Bezügen zur Innenwelt des Künstlers – seinen Erinnerungen, seinem Bildgedächtnis, seinen literarischen Streifzügen, seiner Nachdenklichkeit - nicht zu trennen. Die Jetzt-Zeit des Augenblicks korrespondiert mit der Überzeitlichkeit künstlerisch gefasster Momente. Abbildhaftes transzendiert in der Autonomie der Farben. Alltägliches ist ein Bezugspunkt der Bilder, die sich ihm aber nicht unterwerfen. Vielmehr wird das Gewohnte seiner Gleichförmigkeit entrückt. Das Enge bekommt Weite. Grau wird zur Farbe. Jeder Mensch, jedes Ding, jedes Naturphänomen, jede Geste kann ein Tor zur Welt und ein Bildanlass sein, ein Impuls für betrachtende Aufmerksamkeit, Imagination, visuelles Begreifen.

Willibald Sauerländer, einer der bedeutendsten Kunsthistoriker und Kunstkritiker nach 1945 pflegte seinen Studierenden zu sagen, Voraussetzung jeder Bildanalyse und -interpretation sei es, sich ein Bild langsamen Auges zu erschließen. Wie eine Fliege, die darüber laufe, müsse das Auge es sich Zentimeter für Zentimeter erwandern. Erst dann, wenn alles genau für sich und im Zusammenhang gesehen sei – auch noch das Kleinste, das scheinbar Nebensächlichste und nicht nur, was sich aufdränge – sei die Grundlage für Verständnis und Deutung des Werkes geschaffen. Wie Sauerländers Fliege scheinen mir die Augen Hans Schweizer die Welt zu durchstreifen. Ihren sichtbaren Erscheinungsweisen ganz zugewandt, ohne ihnen das letzte Wort zu belassen. Die Situationen und Gegenstände der sinnlichen Erfahrung – und mit ihr die Welt, von der sie herkommen – werden in den Bildern Hans Schweizers beweglich und beginnen, sich zeigend zu erzählen, auch da, wo sie weglassen, wo sie schweigen.





Vernissage
Freitag, 4. August 2017, 18.30 Uhr
Begrüssung um 19 Uhr,
Apéro von This Keller und Mirjam Graf

Sonntag, 20. August
Rundgang durch die Ausstellung
mit Hans Schweizer
und Angela Kuratli

Sonntag, 3. September
ergänzt Jirí Makovec die Ausstellung
mit Videoarbeiten

Sonntag, 17. September, ab 17 Uhr
Abfärben und Ausklingen

Öffnungszeiten
Mittwoch, 14–17 Uhr Samstag und Sonntag, 10–17 Uhr Führungen für Gruppen auf Anfrage an

Preise
Erwachsene: 6 Franken
Kinder: gratis

Mit Dank für die wertvolle Unterstützung:
Kultur Toggenburg
Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden
Raiffeisenbank Neckertal, Raiffeisenbank Obertoggenburg, Mittleres Toggenburg und Unteres Toggenburg Hans und Wilma Stutz Stiftung
Steinegg Stiftung
Fonds für Kultur und Brauchtum in Appenzell-Ausserrhoden